Meine Familie, die Kühe und Ich

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Nicht immer einfach ist es, alle Haus- und Stallbewohner unter einen Hut zu bekommen…
jeder hat seine Bedürfnisse, stellt Forderungen und hat Wünsche.
Sich selbst dabei nicht zu vergessen – manchmal eine Herausforderung!

Der Tag beginnt um 6, denn da klingelt der Wecker.
Ins Badezimmer gehen, selbst wach werden, Kinder wecken, Vesperdose packen, mit dem Hund kurz raus …
zwischendrin immer mal wieder die Uhrzeit ins Kinderzimmer rufen.
Meisten kommt dann ein „Noch 5 Minuten“ oder „…um 6.45 Uhr steh ich auf!“
„Du weißt aber schon, dass wir um 7.10 Uhr los müssen!“ ruf ich zurück, denk mir „jeden Tag dasselbe!“ und stell die Tasse unter die Espressomaschine.
Kaffee…endlich!

Wenn dann auch das letzte Familienmitglied das Bett verlassen hat, kommt Bewegung in den Morgen…Zeit ist knapp!
Ruhe kehrt erst wieder ein, wenn beide Kinder das Haus verlassen haben.

Dann widme ich mich wieder meinem zwischenzeitlich erkalteten Kaffee. Manchmal wärme ich ihn in der Mikrowelle nochmal auf oder ich mache mir nochmal eine frische Tasse.
Kurze Auszeit für mich… das Smartphone in der Hand, durch Facebook scrollen, eine Fotocollage erstellen, an einem Beitrag arbeiten, den Tagesplan im Kopf durchgehen … bevor es in den Stall geht.

Kälbermilch zubereiten und verteilen, frisches Stroh einstreuen, Kühe besamen, Kuhdaten im Computer einpflegen, Pferde füttern und misten…
evtl. Kälber markieren gehört zu meinen täglichen Arbeiten am Vormittag.

Danach bin ich „flexibel“ und erledige das was gerade ansteht.
Von allem ein bißchen, Prioritäten setzen ist angesagt.

  • Schulklassenbesuche
  • Rechnungen bezahlen
  • Meldungen in der Rinderdatenbank eingeben
  • bißchen Spülmaschine aus-und einräumen
  • bißchen Wäsche waschen
  • bißchen Boden wischen und bißchen sonstige Putzarbeiten
  • Einkäufe erledigen – meistens so, damit Kinder abholen gleich auf dem Rückweg liegt.
  • Alle zwei Wochen steht an einem Vormittag Trächtigkeitsuntersuchung mit dem Tierarzt an
  • und einmal im Monat schickt der Buchführungsmann seinen Wunschtermin
    – Tag X um 10 Uhr – per Postkarte
    Absagen oder Verlegen eigentlich unmöglich, auch unser Buchführungsmann hat seine festen Tagesabläufe.

Oft, ich habe mich gerade in meine Arbeit vertieft, klingelt das Telefon:

Der Jan – könntest du mal bitte….
…nach der Kuh schauen!“
…mir ganz dringend etwas ausdrucken!“
…dieses oder jenes, an denjenigen weiterleiten!“
…runter in Stall gehen, und dieses oder jenes erledigen!“
…ganz schnell auf den Acker rauskommen, mir etwas vorbeibringen!“
…die Unterlagen raussuchen!“

CUT!

 

Allgemein gilt:
Was ich am Vormittag nicht erledigt habe, wird heute nichts mehr!

Diese Dinge landen dann in meiner imaginären To-Do-Liste, ebenfalls nach Prioritäten sortiert:
das sind dann so Sachen, wie:

  • nicht alltägliche Arbeiten im Stall, auf dem Hof oder im Büro
  • private Arbeiten
  • Hobby

…die werden irgendwie reingeschoben, wie es Zeit und Wetterlage eben möglich machen.

Ganz unten auf der Liste steht zum Beispiel „ausreiten“.
Ich war im August das letzte Mal ausreiten… mein Mann fragt mich immer, warum ich eigentlich drei Pferde habe… „Mmmh, gute Frage…zum Füttern?“
Ich hab mir vorgenommen, ab diesem Jahr mit der Tochter ab und zu mal ausreiten zu gehen.
Sie ist jetzt elf und einigermaßen sattelfest, so dass das gut klappen müsste!

Es ist alles etwas einfacher geworden, seit die Kinder größer sind.
Man kann mal kurz mit einem knappen: „Bin gleich wieder da…!“ die Wohnung verlassen, ohne das ganze Kind mitschleppen zu müssen.

Gott sei Dank muss ich nicht kochen, das erledigt Oma Eri.
Nach dem Mittagessen um 14 Uhr gehört die verbleibenden Zeit, bis zur abendlichen Stallsession den Kindern:

…Hausaufgabenbetreuung (neben den Hausaufgaben kann ich mich um irgendwelche Kleinigkeiten kümmern, bei denen keine Konzentration erforderlich ist.)
…zur wöchentlichen Reitstunde begleiten
…Termine beim Arzt und Kieferorthopäde
…Besorgungen bei denen die Kinder dabei sein sollten

und ZACK! 16 Uhr.

Stallzeit!!!

…Kälber, Pferde, Kühe melken.

Für Kinderabhol- und Kinderbringdienste während der Stallzeit ist immer Oma Moni zuständig. Da ist Verlass drauf….Vielen Dank! Ich weiß nicht, wie ich das sonst machen würde!

Abends denke ich meist, manchmal mehr und manchmal weniger müde, an den Tag zurück.
Ist alles gut gelaufen? Alles erledigt? Was ist liegengeblieben? Neuer Plan?!
Vielleicht konnte ich auch etwas abarbeiten, das ich schön länger im Kopf mit mir rumschleppte…dann bin ich meist richtig zufrieden mit mir und der Welt.
Verlief irgendwas nicht nach Plan und meine To-do-Liste ist länger geworden, na ja…dann kann die Laune auch mal schlechter sein!
Und es gibt Tage, da bin ich echt platt.

In den Wintermonaten, von Oktober bis April, ist dann auch ab und zu mal eine Auszeit drin.
Die Außenarbeiten ruhen… das nutze ich gerne, um ein bißchen „rauszukommen“. Am liebsten gehe ich in die Stadt!
Zeit für mich haben, Veranstaltungen besuchen und irgendwie auch Ruhe tanken!
Hört sich komisch an, Ruhe tanken, wo andere abgehetzt an einem vorbeirennen…aber genauso ist es!
An diesen Tagen, muß ich nicht auf die Uhr schauen… um 16 Uhr müssen keine Kühe gemolken werden.
Termine raus, Stadtleben rein, freie Zeiteinteilung!!!

 

Gerade aktuell – die Studie läuft noch bis 15. Mai –

Das Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz hat eine Studie zur Lebens- und Arbeitssituation von Frauen in der Landwirtschaft in Baden-Württemberg bei der Universität Freiburg in Auftrag gegeben. Ziel ist es, die Lebenswirklichkeit repräsentativ abzubilden, um darauf aufbauend maßgeschneiderte Förderprogramme entwickeln zu können.

Bist du auch eine Frau aus der Landwirtschaft?

Die Studie richtet sich an alle Frauen ab 16 Jahren, die auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Baden-Württemberg (Haupt- oder Nebenerwerb) arbeiten oder dort gelegentlich mithelfen bzw. im ländlichen Raum wohnen.
Dann nehm dir 30 Minuten Zeit für die Online Umfrage:

https://www.envgov.uni-freiburg.de/de/prof-envgov/forschung/landfrauen-umfrage

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